Archenhold-Sternwarte im Treptower Park

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Die Archenhold-Sternwarte inmitten des Treptower Parks in Alt-Treptow ist die größte und älteste Volkssternwarte Deutschlands. Albert Einstein hielt in der 1896 aus einer vorübergehenden Installation zur Gewerbeausstellung entstandenen Sternwarte seinen ersten öffentlichen Vortrag über die Relativitätstheorie. Noch heute erfreuen sich zahlreiche Besucher an den wechselnden Ausstellungen rund um das Thema Astronomie.

Nach Wilhelm Förster (1832-1921) und Max Wilhelm Meyer (1853-1910) sollte die Archenhold-Sternwarte in erster Linie ein „Ort zur Vermittlung wissenschaftlicher und astronomischer Erkenntnisse für die Bevölkerung“ sein. Aus diesem Anlass entstand auch die sogenannte Himmelskanone, ein von Friedrich Wilhelm Archenhold entworfenes Fernrohr. Die Himmelskanone ist besser bekannt als „der Große Refraktor, das längste bewegliche Fernrohr der Welt“.

Wir fragen: Doch wer waren die großen Männer, die hinter der beeindrucken Archenhold-Sternwarte im Treptower Park stehen?

Einer von ihnen war der Astronom Wilhelm Förster. Er studierte Mathematik, Physik, Kunstgeschichte und Astronomie und entdeckte zusammen mit Otto Lesser den Asteroiden (62) Erato. Er war Mitbegründer der astronomischen Gesellschaft Urania und zudem wie Albert Einstein Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Ethische Kultur. Der Astronom, Naturforscher und Schriftsteller Max Wilhelm Müller, der maßgeblich an der Gründung der Sternwarte mitbeteiligt war, verließ die Schule zunächst ohne Schulabschluss. Erst später machte er eine Lehre zum Buchhändler und nahm ein Studium der Astronomie in Leipzig auf. Der Namensgeber der Sternwarte Friedrich Archenhold, ein ehemaliger Student bei Wilhelm Förster, zählt ebenfalls zu den Mitbegründern der Sternwarte in Alt-Treptow. Der Entwurf des Großen Refraktors, der 1958 stillgelegt wurde und seit 1967 unter Denkmalschutz steht, geht auf Friedrich Archenhold zurück.

Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde die Familie Archenhold gegen Ende 1936 von der Sternwarte vertrieben. Es folgte die Angliederung der Sternwarte an die Hauptschulverwaltung Berlin. Erst im Jahr 1946 erhielt die Sternwarte im Treptower Park den Namen ihres Begründers und nannte sich fortan Archenhold-Sternwarte. Im Jahr 1987 wurde das Zeiss-Großplanetarium, das ebenfalls auf den Ideenreichtum Archenholds zurückgeht, errichtet. Das Zeiss-Großplanetarium befindet sich im Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg und war bis vor einigen Jahren als eine gemeinsame Einrichtung mit der Archenhold-Sternwarte in Alt-Treptow bekannt.

Die Archenhold-Sternwarte in Alt-Treptow ist seit 2002 Bestandteil des Deutschen Technikmuseums in Berlin. Von Mittwoch bis Sonntag zwischen 14:00 und 16:30 Uhr ist die Archenhold-Sternwarte in Alt-Treptow 1, 12435 Berlin für Sie geöffnet. Eine Besichtigung des himmelskundlichen Museums ist kostenlos. Der Eintrittspreis für Führungen, Beobachtungsveranstaltungen, Vorträge und Planetariumsprogramme liegt bei 6 Euro (ermäßigt 3 Euro). Die Archenhold-Sternwarte hält ein breitgefächertes und spannendes Programm für die Großen sowie für die Kleinen bereit. Weitere Informationen und Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen finden Sie unter www.planetarium.berlin.