Die Geschichte Alt-Treptows

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Vom slawischen Siedlungsgebiet zum beliebten Berliner Ausflugsort

Der beliebte Berliner Ortsteil Alt-Treptow blickt auf eine interessante Geschichte zurück, die man heute nicht ohne Weiteres vermuten würde und die es sich zu kennen lohnt. Circa im 6./ 7. Jahrhundert wurde das Gebiet um Alt-Treptow von Slawen besiedelt und wurde im Jahr 1568 „Der Trebow“ genannt. Zur Herleitung der Namensgebung werden verschiedene Quellen herangezogen. Eine davon ist eine Übersetzung, die sich auf das Wort „drewo“ bezieht und auf deutsch „Laubholz“ bedeutet. Das Wasser in der Umgebung war auch damals schon sehr präsent, weswegen andere Quellen und Übersetzungen davon ausgehen, dass es sich bei dem Wort „Trebow“ um einen „feuchten Ort“ handelt. Dort, wo wir heute den bekannten Landwehrkanal vorfinden, befand sich ursprünglich der Floßgraben, der als Stadtgrenze von Berlin sichtbar wurde und außerdem der Entwässerung der Feldmark dienlich war.

Alt-Treptow trat in der frühen Vergangenheit als Fischerei und Bienenzucht in Erscheinung, bis es sich anschließend zum sogenannten „Vorwerk Treptow“ entwickelte, das vielen Urlaubern und Reisenden als beliebte Raststätte diente. Im Jahr 1730 war auf dem Gebiet des heutigen Alt-Treptows ein Brauhaus, ein Backhaus und eine Windmühle vorhanden. Im Jahr 1779 wurde als dem  „Vorwerk Treptow“ die „Kolonie Treptows“, die immer mehr Anziehung auf die Berliner ausübte und nach und nach zu einem beliebten Ausflugsort mit immer mehr Bewirtschaftung wurde. Das heute berühmte Gasthaus Zenner befindet sich direkt im damaligen Siedlungsgebiet. Im Jahr 1808 änderte sich der Name des schönen Alt-Treptows erneut: Von nun an sollte er „Gutsbezirk Treptow“ heissen. Dampfschifffahrten, die sich ab 1864 vor Ort etabliert hatten, sollten weiter zur Beliebtheit des Ortsteils beitragen. Während die Popularität im Bereich Freizeit stetig anstieg, war die Nachfrage im Bereich Wohnen noch gering, da der Gutshof auf sumpfigem Boden stand. Zudem waren Überschwemmungen ein großes Thema, das die Entwicklung Alt-Treptows zu einem Wohnort noch aufhielt. Mit der Abholzung der Cöllnischen Heiden sollte sich dies allerdings ändern. Von nun verfügte der Ort Alt-Treptow über einen fruchtbaren Boden, der auch einen regen Pflanzenanbau möglich machte. Damals befanden sich zwischen der Lohmühlen- und Elsenstraße viele Gärtnereien, die mit ihren schönen Blumen und Pflanzen zur Entwicklung der Attraktivität Alt-Treptows als Wohnort beitrugen.

Am 22. Januar 1876 wurde aus dem „Gutsbezirk Treptow“ die „Landgemeinde Treptow“, die immer mehr Veränderungen und Verbesserungen in der Infrastruktur erlebte. Dieser starke Wachstum stellte das Gebiet dadurch allerdings zunehmend vor finanzielle Herausforderungen, die  nach dem ersten Weltkrieg immer größer wurden. Als 1920 der Bezirk Treptow gegründet wurde, wurde das Gebiet Groß-Berlin angeschlossen. Der Bereich zwischen Kreuzberg, Neukölln, Stralau und dem Treptower Park nannte sich von nun an Alt-Treptow und trägt seither die Bezeichnung, die uns heute geläufig ist. Heute spürt man die Entwicklung, die damals ihren Anfang nahm, ganz deutlich: Alt-Treptow ist zu einem Ortsteil geworden, der zahlreiche Besucher anzieht und durch seinen besonderen Charme besticht. Durch seine Nähe zur Mitte entwickelt er sich nach und nach zu einem Szene-Bezirk. Schauen Sie doch mal vorbei!